RA-Micro: Das Elend begann mit dem Update

734870_web_R_by_Bildergott_pixelio.deIm August 2014 haben wir umgestellt – von der DATEV-Software auf RA-Micro. Unsere Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Erst nach umfangreichen Recherchen und dem Studium zahlreicher Erfahrungsberichte haben wir uns die Berliner Software-Schmiede ausgesucht.

Folgende essentialia negotii waren entscheidend:

Zukunftssicherheit.
Wir wollten keinen „kleinen, aber feinen“ Entwickler, der zwar flexibler arbeiten kann als so ein Dickschiff. Aber wie es eben so ist im Leben: Die weite Verbreitung der Software und die Größe des Unternehmens sind Hinweise darauf, daß ich meinen Ruhestand noch vor dem Aus dieser Software erleben werde.

Elektronische Akte.
Da wir weitestgehend auf Papier verzichten, brauchen wir ein perfektes Handling unserer digitalisierten Akten. Und zwar sowohl auf unseren Kanzlei-Rechnern, als auch auf den mobilen Geräten.

WebAkte.
Fast alle unsere Mandanten nutzen die WebAkte. Deswegen war die Verbindung zwischen der Kanzleisoftware und der WebAkte ein ganz entscheidendes Kriterium. RA-Micro hat die Features der WebAkte fast optimal integriert.

Konvertierung.
Die Datenkonvertierung von einer Kanzleitsoftware stellt keinen Anbieter vor größere Probleme. Die Verknüpfung der Daten in der DATEV-Datenbank mit der WebAkte war die Schwierigkeit. Über 1.000 Akten mußten unter Beibehaltung der Verknüpfung in die Datenbank von RA-Micro übertragen werden. Das war ein Kraftakt, deren Bewältigung uns garantiert wurde.

Bedienung.
Ein weiteres Kriterium ist die Kompetenz der Mitarbeiterinnen. Die meisten ReFa kennen RA-Micro aus ihrer Ausbildung, müssen also nicht erst von uns in das Progamm eingearbeitet werden.

Entwicklung.
Genau wie ich älter und reifer werde und mich dabei an die sich immer wieder ändernden Verhältnisse anpasse, verlange ich das auch von der Software: Wenn es etwas Neues gibt, sollte es auch entwickelt und eingebaut werden.

Wir haben dann uns dann auch gleich noch einen neuen Server gegönnt, auf dem dann die neue Software in aller Ruhe eingerichtet werden konnte, und dann konnte der alte Server abgeklemmt und der neue in Betrieb genommen werden.

Und dann konnte es losgehen, mit der neuen Software RA-Micro.

Es war keine Frage, daß es bei dem Wechsel dennoch zu Problemen und Schwierigkeiten kommen mußte. Ab einer gewissen Komplexität geht das nicht ohne. Am Ende haben es die Techniker von RA-Micro geschafft, uns ein gut funktionierendes System zur Verfügung zu stellen.

Die Techniker von RA-Micro?
Nein! Nicht die Leute aus dem Haupthaus. Es waren die RA-MICRO Berlin Mitte GmbH mit Michael Schucklies und Claudia Nievert, die uns bei dem Umstieg, und Walter Linz, der uns bei der Datenbank-Verknüpfung unterstützt haben.

Nachdem die Anlaufschwierigkeiten behoben waren, die Bedienung der Software auch unter der Haube funktionierte und wir unsere Arbeitsabläufe mit der Software synchronisiert hatten, verzeichneten wir eine Effektivitätzuwachs, der den zeit- und kostenintensiven Umstellungsaufwand rechtfertigte. Wie jede Software hat auch RA-Micro seine Ecken und Kanten, aber in summa paßte es hervorragend.

Bis das Update 2016 kam.
Am 29. Januar 2016, also vier Wochen nach der Veröffentlichung des Updates 2016, habe wir es installieren lassen. Über die sich dann anschließende Odyssee durch den Support dieses Anbieters und über das unglaubliche Verhalten dieser Softwareschmiede werde ich nun fortlaufend berichten.

Bitte schalten Sie ein bei der nächsten Folge, die da heißt: RA-Micro, der Anwendersupport aus der Servicewüste.

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Bild: © Bildergott / pixelio.de

5 Comments for “RA-Micro: Das Elend begann mit dem Update”

says:

Lieber Carsten, genau das ist der Grund, warum wir NIEMALS RA-Micro benutzt haben. Solche von dir beschriebenen Fehler kursieren seit unserer Kanzleigründung durch die Anwaltschaft. Und wir hören eben immer, dass das Programm auch je nach Update recht instabil sein soll. Nicht besser als andere, aber dafür wesentlich teurer.

  • Lieber Klaus, mit dem Begriff „besser“ kommen wir nicht weiter. Entscheiden ist die Frage, ob „geeignet“, „weniger geeignet“ oder „ungeeignet“ für den konkreten Bedarf. Erst wenn das geklärt ist, kann man sich über die Kosten unterhalten (wenn man will). crh

says:

Die Integration der WebAkte fanden wir auch sehr wichtig. Leider ist es nach dem 2016-Update so, dass Dokumente nicht mehr immer ohne Fehler in die WebAkte gespeichert oder aus der WebAkte übertragen werden können, unsere Mitarbeiterinnen können Dokumente aus der WebAkte nicht einmal mehr über das E-Postfach empfangen oder drucken. Das haben wir vor 2 Monaten schon gemeldet – Problembehebung? Fehlanzeige!

Jörg Zielke

says:

Darf ich fragen, warum man DATEV Anwalt pro gegen RA micro ablöst? Es ist wahrlich nicht so, dass man DATEV über den Klee loben sollte (es gab zu den Jahreswechseln 2013 und 2014 auch „schlimme Zeiten“), aber ich finde, dass da beim Support und bei der Behebung von überall vorkommenden Softwarefehlern wesentlich mehr Empathie dabei ist. Neue oder beim Wettbewerb bereits vorhandene Gimmicks dauern in Nürnberg zwar länger, aber die hard facts und übliche gesetzliche Anpassungen sind jedenfalls in 2015/16 konsequent umgesetzt und die Integration der Kanzleibuchführung, der Zahlungsverkehr und dahinterliegende Prozesse sind always up to date und für interdisziplinäre Kanzleien ziemlich gut umgesetzt.