RA-Micro: Wir sind nicht allein

724237_web_R_K_B_by_AR.Pics_pixelio.de In der Zwischenzeit hatte ich erfahren, daß auch andere Kanzleien mit dem Update 2016 von RA-Micro zu kämpfen hatten. Sie mußten sich mit denselben Fehler rumschlagen wie wir.

Das tröstet nur wenig.
Was bei mir aber das blanke Entsetzen ausgelöst hat: Die Probleme, die in unserer Kanzlei zum fast vollständigen Ausfall der Kanzleisoftware geführt haben, war den Technikern von RA-Micro offenbar schon länger bekannt.

Für uns bedeutet das:
Wir hatten Anfang des Jahres eine Supportanfrage, die die Bedienung des Programms betraf. Und wir wollten wissen, ob sich eine andere Software mit RA-Micro „verträgt“. Der Support forderte uns auf, erst das Update zu installieren, bevor er uns die Fragen beantworten könne.

Im Vertrauen auf die Kompetenz

und im guten Glauben, daß RA-Micro unsere Kanzlei schon nicht grob fahrlässig zerschießen wird, haben wir das Update 2016 installiert. Danach hatte die urspüngliche Frage keinen Sinn mehr, da das System im Grunde die Grätsche gemacht hat.

Herzlichen Dank auch für diese Eselei!

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Bild: © AR.Pics / pixelio.de

RA-Micro und der St. Nimmerleinstag

Das Wort zum Sonntag hat die Familien- und Erbrechtlerin Frau Rechtsanwältin Agnes Wendelmuth aus Falkensee:

Hallo Herr Kollege Hoenig,

ich habe mich beim RA-Micro-Support schon beschwert, dass sich zu einer Akte gespeicherte Excel-Tabellen nicht mehr öffnen und weiter bearbeiten lassen, was auch via Fernwartung nicht behoben werden konnte, und auch mit dem letzten Update begründet wurde. Beim nächsten Update sollte der Fehler behoben werden. Ich bleibe dran, und wenn das nichts wird, kürze ich denen die Lizenzgebühren auch. Bei uns sind es „nur“ drei Arbeitsplätze – trotzdem ärgerlich!

Beste Grüße

Frau Rechtsanwältin Wendelmuth hat uns ihren Erfahrungsbericht über Redaktion@Kanzleisoftware-Berlin.com geschickt (und die Veröffentlichung hier auf meine Nachfrage gestattet). Dafür bedanke ich mich.

Denn nach meiner Erfahrung in den vergangenen fast zwei Monaten reagieren die RA-Microben auf Kritik, Fehlermeldungen und Anwenderwünsche maximal zäh, oft gar nicht. Solche Berichte hier im Blog und an anderen Stellen in der Öffentlichkeit widerlegen – insbesondere für potentielle Neukunden erkennbar – die blumigen Wort des Gründers von RA-Micro:

Die Kunden von RA-Micro

Die Erfahrungen, die die Kollegin Wendelmuth, viele andere Anwender und unsere Kanzlei mit dem Unternehmen des ehemaligen Kollegen Dr. Peter Becker gemacht haben (jedenfalls in jüngerer Zeit), sprechen dagegen.

Wir alle haben aber immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, daß RA-Micro vielleicht doch noch mal wieder die Kurve kriegt. Und künftig mit Updates eingebaute Fehler nicht erst am St. Nimmerleinstag durch ein weiteres Update wieder repariert, sondern möglichst sofort.

RA-Micro: Mangelware statt Workflow

MangelwareEin entscheidendes Kriterium, warum wir uns für RA-Micro entschieden haben, war die Vielfältigkeit der angebotenen und angekündigten Features. Hier seien beispielhaft

  • die Online-Services,
  • der in die Kanzleisoftware integrierte mobile Arbeitsplatz oder
  • der E-Workflow
  • genannt.

Wenn wir uns aber tagtäglich mit nicht beseitigten Mängeln beschäftigen oder über neu geschaffenen Fehlfunktionen, die mit der Mängelbeseitigung „implementiert“ wurden, ärgern müssen, ist an einer Nutzung der angebotenen Module gar nicht zu denken.

Die Mangelware „RA-Micro“ hat nach dem Update für einen ganz erheblichen Rückschritt im Kanzlei-Workflow gesorgt. Darunter leidet nicht nur unsere gesamte Kanzleiarbeit, sondern – und das steht für uns im Vordergrund – macht ganz schlechte Laune.

Es ist bedauerlich, wenn RA-Micro trotzdem den vollen Preis verlangt, ohne die versprochenen Leistungen zu erbringen. Zu diesem Thema gibt es dann noch einen eigenen Blogbeitrag.

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Bild: © figaro_8888 / pixelio.de

RA-Micro: Bananen für die Kunden

504727_web_R_K_B_by_Dieter Schütz_pixelio.deEnde Januar haben wir den Fehler gemacht, das Update 2016 in unsere Kanzleisoftware RA-Micro einzuspielen. Wir kamen auch gar nicht umhin, weil der Support nur noch für die Software geliefert wird, die sich auf dem aktuellen Stand befindet.

Das ist nachvollziehbar und sinnvoll. Wenn aber ein altes Problem durch zehn zwanzig neue Probleme ersetzt werden, kann da irgendwas nicht stimmen.

Schauen Sie sich doch mal an,
was die RA-Micro-Entwickler nach dem Update 2016 bisher alles reparieren mußten:

Im Januar 2016 flickten die Entwickler sechs Patches zusammen, im Februar 2016 dann noch einmal sechs. Und wir reden jetzt nicht über 12 Fehlerchen, die bei der Entwicklung übersehen wurden.

So sieht beispielsweise die Mängelliste des Patchs vom 27.01.2016 (Version 16001.33) aus. Nicht alle der Flicken haben den gleichen Umfang, aber in der Summe betrachtet stellt sich die Frage:

War das Update der Software schon reif für die Kunden?

Aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, daß die Programmierung der Software im Hause RA-Micro teilweise nach ein, zwei Prüfläufen abgeschlossen und dann an die Kunden ausgeliefert werden soll. Genau so kommt es mir auch vor.

Ich habe ja kein Problem damit,
an der Entwicklung eines Programms mitzuwirken. Die Programmierer dabei zu unterstützen, fehlerfreie Software herzustellen, die zumindest auf unserem System läuft. Aber dann möchte ich gern vorher gefragt werden, ob ich mich daran beteiligen möchte.

Und noch eines:
Ich möchte keinesfalls runde 5.000 Euro netto jährlich für eine Software bezahlen und zusätzlich noch an deren Entwicklung mitarbeiten müssen, damit sie überhaupt läuft!

Die Organisationsstrukten von RA-Micro kidnappen integrieren den Anwender in den Aus-, Um- und Aufbau der Software, statt eigene Ressourcen dafür aufzuwenden. Das Update 2016 erscheint mir der klassische Fall einer Bananensoftware zu sein: Reift beim Kunden. Und spart Kosten. Beim Hersteller!
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