RA-Micro: Mangelware statt Workflow

MangelwareEin entscheidendes Kriterium, warum wir uns für RA-Micro entschieden haben, war die Vielfältigkeit der angebotenen und angekündigten Features. Hier seien beispielhaft

  • die Online-Services,
  • der in die Kanzleisoftware integrierte mobile Arbeitsplatz oder
  • der E-Workflow
  • genannt.

Wenn wir uns aber tagtäglich mit nicht beseitigten Mängeln beschäftigen oder über neu geschaffenen Fehlfunktionen, die mit der Mängelbeseitigung „implementiert“ wurden, ärgern müssen, ist an einer Nutzung der angebotenen Module gar nicht zu denken.

Die Mangelware „RA-Micro“ hat nach dem Update für einen ganz erheblichen Rückschritt im Kanzlei-Workflow gesorgt. Darunter leidet nicht nur unsere gesamte Kanzleiarbeit, sondern – und das steht für uns im Vordergrund – macht ganz schlechte Laune.

Es ist bedauerlich, wenn RA-Micro trotzdem den vollen Preis verlangt, ohne die versprochenen Leistungen zu erbringen. Zu diesem Thema gibt es dann noch einen eigenen Blogbeitrag.

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Bild: © figaro_8888 / pixelio.de

RA-Micro: Bananen für die Kunden

504727_web_R_K_B_by_Dieter Schütz_pixelio.deEnde Januar haben wir den Fehler gemacht, das Update 2016 in unsere Kanzleisoftware RA-Micro einzuspielen. Wir kamen auch gar nicht umhin, weil der Support nur noch für die Software geliefert wird, die sich auf dem aktuellen Stand befindet.

Das ist nachvollziehbar und sinnvoll. Wenn aber ein altes Problem durch zehn zwanzig neue Probleme ersetzt werden, kann da irgendwas nicht stimmen.

Schauen Sie sich doch mal an,
was die RA-Micro-Entwickler nach dem Update 2016 bisher alles reparieren mußten:

Im Januar 2016 flickten die Entwickler sechs Patches zusammen, im Februar 2016 dann noch einmal sechs. Und wir reden jetzt nicht über 12 Fehlerchen, die bei der Entwicklung übersehen wurden.

So sieht beispielsweise die Mängelliste des Patchs vom 27.01.2016 (Version 16001.33) aus. Nicht alle der Flicken haben den gleichen Umfang, aber in der Summe betrachtet stellt sich die Frage:

War das Update der Software schon reif für die Kunden?

Aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, daß die Programmierung der Software im Hause RA-Micro teilweise nach ein, zwei Prüfläufen abgeschlossen und dann an die Kunden ausgeliefert werden soll. Genau so kommt es mir auch vor.

Ich habe ja kein Problem damit,
an der Entwicklung eines Programms mitzuwirken. Die Programmierer dabei zu unterstützen, fehlerfreie Software herzustellen, die zumindest auf unserem System läuft. Aber dann möchte ich gern vorher gefragt werden, ob ich mich daran beteiligen möchte.

Und noch eines:
Ich möchte keinesfalls runde 5.000 Euro netto jährlich für eine Software bezahlen und zusätzlich noch an deren Entwicklung mitarbeiten müssen, damit sie überhaupt läuft!

Die Organisationsstrukten von RA-Micro kidnappen integrieren den Anwender in den Aus-, Um- und Aufbau der Software, statt eigene Ressourcen dafür aufzuwenden. Das Update 2016 erscheint mir der klassische Fall einer Bananensoftware zu sein: Reift beim Kunden. Und spart Kosten. Beim Hersteller!
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Bild: © Dieter Schütz / pixelio.de

RA-Micro: Das Elend begann mit dem Update

734870_web_R_by_Bildergott_pixelio.deIm August 2014 haben wir umgestellt – von der DATEV-Software auf RA-Micro. Unsere Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Erst nach umfangreichen Recherchen und dem Studium zahlreicher Erfahrungsberichte haben wir uns die Berliner Software-Schmiede ausgesucht.

Folgende essentialia negotii waren entscheidend:

Zukunftssicherheit.
Wir wollten keinen „kleinen, aber feinen“ Entwickler, der zwar flexibler arbeiten kann als so ein Dickschiff. Aber wie es eben so ist im Leben: Die weite Verbreitung der Software und die Größe des Unternehmens sind Hinweise darauf, daß ich meinen Ruhestand noch vor dem Aus dieser Software erleben werde.

Elektronische Akte.
Da wir weitestgehend auf Papier verzichten, brauchen wir ein perfektes Handling unserer digitalisierten Akten. Und zwar sowohl auf unseren Kanzlei-Rechnern, als auch auf den mobilen Geräten.

WebAkte.
Fast alle unsere Mandanten nutzen die WebAkte. Deswegen war die Verbindung zwischen der Kanzleisoftware und der WebAkte ein ganz entscheidendes Kriterium. RA-Micro hat die Features der WebAkte fast optimal integriert.

Konvertierung.
Die Datenkonvertierung von einer Kanzleitsoftware stellt keinen Anbieter vor größere Probleme. Die Verknüpfung der Daten in der DATEV-Datenbank mit der WebAkte war die Schwierigkeit. Über 1.000 Akten mußten unter Beibehaltung der Verknüpfung in die Datenbank von RA-Micro übertragen werden. Das war ein Kraftakt, deren Bewältigung uns garantiert wurde.

Bedienung.
Ein weiteres Kriterium ist die Kompetenz der Mitarbeiterinnen. Die meisten ReFa kennen RA-Micro aus ihrer Ausbildung, müssen also nicht erst von uns in das Progamm eingearbeitet werden.

Entwicklung.
Genau wie ich älter und reifer werde und mich dabei an die sich immer wieder ändernden Verhältnisse anpasse, verlange ich das auch von der Software: Wenn es etwas Neues gibt, sollte es auch entwickelt und eingebaut werden.

Wir haben dann uns dann auch gleich noch einen neuen Server gegönnt, auf dem dann die neue Software in aller Ruhe eingerichtet werden konnte, und dann konnte der alte Server abgeklemmt und der neue in Betrieb genommen werden.

Und dann konnte es losgehen, mit der neuen Software RA-Micro.

Es war keine Frage, daß es bei dem Wechsel dennoch zu Problemen und Schwierigkeiten kommen mußte. Ab einer gewissen Komplexität geht das nicht ohne. Am Ende haben es die Techniker von RA-Micro geschafft, uns ein gut funktionierendes System zur Verfügung zu stellen.

Die Techniker von RA-Micro?
Nein! Nicht die Leute aus dem Haupthaus. Es waren die RA-MICRO Berlin Mitte GmbH mit Michael Schucklies und Claudia Nievert, die uns bei dem Umstieg, und Walter Linz, der uns bei der Datenbank-Verknüpfung unterstützt haben.

Nachdem die Anlaufschwierigkeiten behoben waren, die Bedienung der Software auch unter der Haube funktionierte und wir unsere Arbeitsabläufe mit der Software synchronisiert hatten, verzeichneten wir eine Effektivitätzuwachs, der den zeit- und kostenintensiven Umstellungsaufwand rechtfertigte. Wie jede Software hat auch RA-Micro seine Ecken und Kanten, aber in summa paßte es hervorragend.

Bis das Update 2016 kam.
Am 29. Januar 2016, also vier Wochen nach der Veröffentlichung des Updates 2016, habe wir es installieren lassen. Über die sich dann anschließende Odyssee durch den Support dieses Anbieters und über das unglaubliche Verhalten dieser Softwareschmiede werde ich nun fortlaufend berichten.

Bitte schalten Sie ein bei der nächsten Folge, die da heißt: RA-Micro, der Anwendersupport aus der Servicewüste.

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Bild: © Bildergott / pixelio.de